Wie verhindern wir rechte Gewalt?

Veröffentlicht am 18.03.2013 in Jusos in Aktion

Pressemitteilung des Jusokreisverbands Ludwigsburg vom 18.4.2013

Die Landtagsabgeordneten Florian Wahl und Thomas Reusch-Frey diskutierten mit den Jusos Ludwigsburg

Oft wird behauptet, dass Rechtsextremismus in Süddeutschland kein aktuelles Problem sei. Dem widersprach der Böblinger Landtagsabgeordnete Florian Wahl (SPD) auf dem Diskussionsabend des Jusokreisverbands Ludwigsburg heftig. Allein bei den Jungen Nationalen (JN) sind über die Hälfte der Mitglieder in Deutschland aus Bayern und Baden-Württemberg.

Die rechte Szene hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt, die Organisationen setzen auf die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Youtube. Durch SMS werden Orte von Konzerten und Aufmärschen schnell geändert, es entstehen regelrechte Schnitzeljagden, die oft im französischen Grenzgebiet enden. Den typischen Skinhead mit Glatze und Springerstiefeln gibt es fast nicht mehr. Vielmehr werden Erkennungszeichen aus dem linken Milieu, wie das Palästinensertuch, übernommen. „An ihrer Gesinnung und Gefährlichkeit ändert das allerdings nichts, “ so Florian Wahl in seinem Vortrag.
Umso wichtiger sei die Präventionsarbeit bei Jugendlichen und die von der Landesregierung unterstützten Ausstiegsprogramme wie „Big Rex“. Oft haben diese jungen Menschen alle Verbindungen zu ihrem alten Umfeld und Familie gekappt, sind finanziell auf Jobs im rechten Dunstkreis angewiesen. Viele der Betroffenen fühlen sich um die Möglichkeit eines sozialen Aufstiegs gebracht. „Eine rechte Gesinnung ist oft eng mit dem sozialen Status verbunden“, so der Ludwigsburger Juso David Hofer und der Ditzinger Jusovorsitzende Alen Stic berichtet von eigenen Erfahrungen mit Jugendlichen, die aufgrund falscher Freunde schnell ins rechte Milieu rutschen.
Für den Abgeordneten aus Bietigheim-Bissingen Thomas Reusch-Frey ist die Schändung der jüdischen Friedhöfe, insbesondere der in Freudental im Jahr 2007, ein großes Thema. Hierzu hat er gerade eine Anfrage an das Innenministerium gestellt. Reusch-Frey: „Es wurden über 70 Grabsteine geschändet und bis heute gibt es keine Ermittlungsergebnisse.“
In Ludwigsburg rufen die Jusos gemeinsam mit anderen Aktionsbündnissen auf am 6. Juli mit der Menschenkette von Heilbronn nach Bietigheim gemeinsam ein Zeichen gegen jegliche Form der Menschenfeindlichkeit zu setzen. Anschließend findet in Ludwigsburg ab 14.00 Uhr das jährliche „Rock gegen Rechts“-Konzert statt.

Stefanie Liepins

 

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